Schwarzer Pu-Erh Tee

Einen besonderen optischen Genuss bietet zusätzlich zum geschmacklichen der schwarze Pu-erh, der im Licht das kräftig dunkelrote Farbenspiel eines Sonnenuntergangs offenbaren kann. Der Ursprung des schwarzen Pu-erh liegt in den 70er Jahren, in denen er kurzfristig zum meistverbrauchten Tee in China aufstieg. Bis heute wird er in zahlreichen Restaurants und Teehäusern angeboten und ist in chinesischen Privathäusern weit verbreitet.

Er wird aus den gleichen Blättern wie der grüne Pu-erh und in weitgehend ähnlichen Verfahrensschritten hergestellt, unterscheidet sich von diesem jedoch durch ein speziellen Gärungsprozess, der mit dem Kompostieren vergleichbar ist. Unter streng kontrollierten Temperaturen und bei hoher Feuchtigkeit wird die Struktur der Teeblätter in diesem Verfahren bewusst aufgebrochen, um unerwünscht bitteren oder harten Geschmacksentwicklungen entgegenzuwirken. Der Tee wird daher als geschmacklich glatt und ausgereift empfunden, auch wenn er im jungen Alter die Reife eines vergleichbaren grünen Tees tatsächlich noch nicht erlangt hat. Obwohl die Verfahrensweise ursprünglich entwickelt wurde, um die aromatische Reife eines älteren grünen Pu-erh zu imitieren, handelt es sich bei dieser Sorte keinesfalls um eine qualitativ minderwertige Nachahmung oder gar “unechten“ Pu-erh Tee. Das Ansehen des schwarzen Pu-erh hat leider einige Einbußen dadurch erlitten, dass unehrliche Verkäufer ihn häufig als alten grünen Pu-erh angeboten haben, so dass er zu Unrecht in den Ruf einer Imitation geriet.
Die schwarze Variante hat jedoch ihre ganz eigenen geschmacklichen Vorzüge, die sich ebenfalls bei längerer Lagerung noch verfeinern. Die schon anfangs angelegte aromatische Süße und Klarheit prägt sich mit zunehmendem Alter noch weiter aus und kann im späteren Stadium durch einen leichten Moschusbeigeschmack perfekt abgerundet werden.